Der Kunstliebhaber: Bild "Vater Unser" von Uwe Appold Der Spittaliebhaber Der Rosenliebhaber

Der Superintendent im Rückblick

des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf



Abschied
„Burgdorf ist mehr als nur eine Erinnerung"
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr blickt mit Wehmut zurück

Locker und freundlich begrüßt Dr. Detlef Klahr seinen Gast, bietet Kaffee an und merkt dann, dass er gar nicht weiß, wo der Kaffee steht. Schnell findet er Ersatz, lacht über seine eigene Schusseligkeit und verbreitet eine wohltuend menschliche Atmosphäre. Er vermittelt das Gefühl, sich schon lange zu kennen. Detlef Klahr wirkt nicht wie ein Chef von 18 Gemeinden, wie jemand, der Verantwortung für 60.000 Christen trägt. Er lässt sein Gegenüber nicht spüren, dass er Aufsicht über die rund 30 Pastoren und Mitarbeiter in den Gemeinden führt und ihnen gegenüber auch unangenehme Dinge vertreten muss.

Detlef Klahr, seit rund fünfeinhalb Jahren Superintendent für den Kirchenkreis Burgdorf, wird im September Burgdorf verlassen. Der 49-Jährige übernimmt in Aurich das Amt des Landessuperintendenten für den Sprengel Ostfriesland und wird dort künftig 170 Gemeinden betreuen.

Ein Abschied, der weh tut. Nicht nur ihm, sondern auch den Bnrgdorfern. Viele mögen seine unkomplizierte und schlichte Art. Seine schnörkellosen Predigten, sein herzliches und freundliches Lachen, die Begegnungen auf Kirchenfesten und Veranstaltungen. Wie sehr die Menschen in Burgdorf ihren Superintendenten mögen, macht ein kleines Beispiel deutlich. Ein Konfirmandenjunge kommt regelmäßig sonntags mit seinem Fahrrad am Amtssitz des Superintendenten vorbei, stoppt, klopft an die Fensterscheibe und wünscht einen schönen Sonntag.

Detlef Klahr promovierte über den früheren Superintendenten, Pastor, Uhrmacher und Dichter Philipp Spitta, der einige Monate in der Superintendentur in Burgdorf lebte. Der Spittaforscher und Spittakenner ahnte nicht, dass er den Spuren Spittas einmal folgen würde.

Detlef Klahr wurde 1957 in Bergen bei Celle geboren. Studierte in Celle-Hermannsburg Theologie und war nach dem Vikariat in Wietzendorf bei Celle vier Jahre Gemeindepastor in Uelzen. Danach arbeitete er sieben Jahre als wissenschaftlicher Assistent im Fach Kirchengeschichte an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau. 1997 kehrte er als Gemeindepastor der St. Marienkirche in Isernhagen nach Niedersachsen zurück. Im Februar 2002 nahm er für den Kirchenkreis Burgdorf seine Tätigkeit als Superintendent auf.

Detlef Klahr liebt nicht nur seine Rolle als Superintendent, in der er den Pastoren und Mitarbeitern aus den verschiedenen Gemeinden theologische Impulse gibt. Mit ihnen über eine Neuausrichtung der Kirche diskutiert. Er liebt auch seine Tätigkeit als Pastor in der Gemeinde Burgdorf. Er genießt es, zu predigen, mit den Menschen zu sprechen, nah bei ihnen zu sein und schätzt die Zusammenarbeit mit den Vereinen. „Mit dem Kulturverein Scena und der Stadt haben wir beispielsweise die Ausstellung über den Bildhauer Ernst Barlach konzipiert", sagt Klahr. Die Ausstellung wurde zu einem Publikumsmagnet. Rund 40 Plastiken um den „schwebenden Engel" und den „Bettler" waren in den Seitenschiffen der St. Pankratius-Kirche zu sehen.

Detlef Klahr joggt, wann immer er es einrichten kann, rund sieben Kilometer im Stadtpark. „Ich werde das vermissen", sagt der Hobbyfotograf, der sich fest vor genommen hat, Fotos von der Strecke zu machen und sie in ein „Burgdorf-Album" zu kleben. Burgdorf bedeutet ihm viel. Nicht nur die Rosen und die Buchsbäumchen, die der Naturliebhaber in den Garten seines Amtssitzes eigenhändig gepflanzt hat. Nicht nur die 200 Jahre alte Spittauhr, die im Eingangsbereich seines Amtssitzes steht. Sondern auch die vielen persönlichen Beziehungen, die in den fünfeinhalb Jahren in Burgdorf gewachsen sind. „Burgdorf ist mehr als nur Erinnerung und es wird schwer, sie loszulassen", seufzt Klahr und fügt wie zum Trost hinzu: „Burgdorf ist nicht aus der Welt" und spätestens 2009, dem 150. Todesjahr von Spitta, besuche ich die Burgdorfer."

Am Sonnabend, 1. September, 15.00 Uhr wird Detlef Klahr mit einem Gottesdienst in der St. Pankratius-Kirche von der Landessuperintendentin verabschiedet.

aus:
Marktspiegel Burgdorf
vom 13. Juni 2007

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Seit Februar 2002 ist Dr. Detlef Klahr Superintendent im Kirchenkreis Burgdorf. Er wurde 1957 in Bergen bei Celle geboren. Vor seinem Theologiestudium absolvierte er eine Ausbildung zum Postbeamten. Seine erste Pfarrstelle versah er in Uelzen, war anschließend Wissenschaftlicher Assistent für Kirchengeschichte an der Kirchlichen Hochschule in Neuendettelsau (Mittelfranken) und übernahm die Pfarrstelle in Isernhagen, bevor er Superintendent unseres Kirchenkreises wurde.

Interessanter Weise hat Detlef Klahr seine Doktorarbeit über den früheren Burgdorfer Superintendenten Philipp Spitta geschrieben. Damals ahnte er allerdings nicht, dass er selbst einmal Spittas Spuren nach Burgdorf folgen würde.

Das Wort Superintendent leitet sich von dem lateinischen Wort „Aufseher“ ab. Dem Superintendenten ist die geistliche Aufsicht und Verwaltung des Kirchenkreises übertragen. Er hat die Dienstaufsicht über alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kirchenkreis.

Er ist der Repräsentant der kirchlichen Arbeit des Kirchenkreises in der Öffentlichkeit und hat das Recht in jeder Kirche des Kirchenkreises zu predigen. Er ist Vorsitzender des Kirchenkreisvorstandes, leitet die Kirchenkreiskonferenzen und den Pfarrkonvent und ist durch sein Amt Mitglied des Kirchenkreistages.

Eine wichtige Aufgabe des Superintendenten sind die Visitationen. Das ist eine Art ausführlicher Besuch der Kirchengemeinden. Von der Predigt bis zum Konfirmandenunterricht, von den Glocken bis zur Orgel, wird alles „unter die Lupe“ genommen.
Die Visitation findet alle sechs Jahre statt. Dabei wird der augenblickliche Zustand einer Gemeinde wahrgenommen. Inhalte der Gemeindearbeit und das gottesdienstliche Leben werden in Gesprächen mit der Gemeinde, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, reflektiert. Ebenso werden Pläne und Ideen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde bedacht und in konkreten Zielen verabredet.

Die Superintendentur ist der Amtssitz des Superintendenten. In unserem Fall ist dieser Amtssitz ein schönes altes Fachwerkhaus aus der Zeit um 1810 in der Stadtmitte von Burgdorf (Spittaplatz 3). Im Büro des Superintendenten, dem so genannten Ephoralbüro (vom griechischen Wort Ephorus „Aufseher“), ist Frau Helga Hapke als Sekretärin erste Ansprechpartnerin für alle, die den Superintendenten sprechen möchten oder sonst Informationen zur kirchlichen Arbeit im Kirchenkreis benötigen.

Einer der bekanntesten Superintendenten, die in Burgdorf gewirkt haben, ist Carl Johann Philipp Spitta, der sich als geistlicher Liederdichter hervorgetan hat. Von ihm sind heute noch sechs Lieder in unserem Gesangbuch. Er lebte von 1801 – 1859. Zu seinem 200. Geburtstag ist ihm zu Ehren vor der Superintendentur ein Denkmal errichtet worden, das ihn als Harfenspieler zeigt.

VERÖFFENTLICHUNGEN


Monographien

1) Kirchengeschichtliches Repetitorium (UTB 1796)
1. Aufl. 1997; 2. überarb. Aufl. 1998; 3. überarb. Aufl. mit CD 2002; 4. überarb. Aufl. mit CD 2006.

2) Glaubensheiterkeit, Carl Johann Philipp Spitta (1801-1859), Theologe und Dichter der Erweckung (SKGNS 36)
Göttingen 1999.


Aufsätze und Lexikonartikel

1) Carl Johann Philipp Spitta, in:
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 10 [BBKL 10], (1995), 1021-1024.

2) Joachim Lütkemanns „Harfe von zehn Saiten“.
Ein lutherisches Erbauungsbuch aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, in: Nieden, Hans-Jörg u. Nieden, Marcel (Hg.), Praxis Pietatis, Beiträge zu Theologie und Frömmigkeit in der Frühen Neuzeit, FS Wolfgang Sommer zum 60. Geburtstag, Stuttgart 1999, 201-214.

3) Philipp Spitta, in:
Komponisten und Liederdichter des Evangelischen Gesangbuchs, hg. v. Wolfgang Herbst (Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch 2), Göttingen 1999, 309-310.

4) Viktor Friedrich von Strauß und Torney, in:
Komponisten und Liederdichter des Evangelischen Gesangbuchs, hg. v. Wolfgang Herbst (Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch 2), Göttingen 1999, 317-318.

5) „Kinderpfennige und Witwenscherflein“ – Mission als Aufgabe der Gemeinde bei Carl Johann Philipp Spitta, in:
Gremels, Georg (Hg.), Eschatologie und Gemeindeaufbau, Hermannsburger Missionsgeschichte im Umfeld lutherischer Erweckung, Hermannsburg 2004, S. 98-106.


Artikel und Gelegenheitsschriften

1) Carl Johann Philipp Spitta (1801-1859). Eine Erinnerung an den Liederdichter und Theologen zum 200. Geburtstag, in:
Hom/Mon 2000/2001 V/10/11, 502-506.

2) „Ich preise meinen Gott und Herrn“, Carl Johann Philipp Spitta (1801-1859). Ein biographischer Überblick, in:
Carl Johann Philipp Spitta 1801-1859, Erinnerungen zum 200. Geburtstag, hg. v. Martin Lechler, Peine 2001, 7-10.

3) Bei dir, Jesu, will ich bleiben
C. J. Philipp Spitta, (Fundus-Heft 56)
Hamburg 2001.

4) „Ich schenke dir ein Osterei ...“ Vom Brauchtum der Ostereier, in:
Hom/Mon VI/6 (2002), 277-278.

5) „Ritter, Tod und Teufel …“ Volksfrömmigkeit im Mittelalter, in:
FS zum 800jährigen Kirchenjubiläum in Sehnde,
erscheint Juni 2007


Predigten und Andachten (in Auswahl)

1) Weihnachten, Sterndeuters Sternstunde, in:
Hom/Mon V/2 (1994/95), 71-76.

2) 10. S. n. Trin., Jeremia 7,1-11 (12-15), in:
Hom/Mon V/9 (1994/95), 405-409.

3) Weihnachten, Die Botschaft der Engel, in:
Hom/Mon VI/2 (1995/96), 76-79.

4.) 4. S. n. Trin., Römer 12,17-21, in:
Hom/Mon VI/8 (1995/96), 354-358.

5) Christi Himmelfahrt – Lukas 24,(44-49) 50-53, in:
Hom/Mon I/7 (1996/97), 299-303.

6) 12. S. n. Trin., Apostelgeschichte 9,1-9 (10-20), in:
Hom/Mon II/10,11 (1997/98), 438-443.

7) Andacht für einen Sommerabend, Die Rede des Mondes, in:
Hom/Mon III/10,11 (1998/99), 476-479.

8) Gründonnerstag, 1. Korinther 10,16-17, in:
Hom/Mon IV/5 (1999/2000), 209- 214.

9) Neujahrstag, Sprüche 16,1-9, in:
Hom/Mon V/2 (2000/2001), 65-70.

10) Symbole entdecken, Tannenbaum – Christbaumkugel – Strohstern und Kerze, vier Adventsandachten, in:
Hom/Mon VI/1 (2001/2002), 24-30.

11) Das Geheimnis von Weihnachten, in:
Hom/Mon VI/2 (2001/2002), 73-74,

12) 20. S. n. Trin., 2. Korinther 3,3-9, in:
Hom/Mon VI/10,11 (2002), 467-472.

13) Sieben Passionsandachten, Meditationen zu Bildern von Sieger Köder, in:
Hom/Mon II/4 (2004), 165-171.

14) 3. S. n. Trin., Lukas 15,1-7 (8-10), in:
Hom/Mon III/8 (2005), 14-18.

15) Ewigkeitssonntag, Jesaja 65,17-25, in:
Hom/Mon IV/12 (2006), 529-534.

16) Trauer verstehen, in:
Hom/Mon V/5 (2007), 236-237.


Mitverfasserschaft

1) „Du bist mir täglich nahe …“ - Sterben, Bestattung, Trauer,
Im Auftrag der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) erarbeitet von deren Seelsorgeausschuss, März 2006.