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Entstehung der Lehrter Bahnhofsmission Auch auf dem Lehrter Bahnhof, der damals noch ein großer Umsteigebahnhof war, war die Not sehr groß; denn man hatte kein Quartier für die vielen Flüchtlinge. Darum baute die evangelische Kirchengemeinde Lehrte 1946 auf dem Lehrter Bahnhof am Ende von Gleis 3 (heute Gleis 11) ein Holzhäuschen. Darin befanden sich ein Aufenthaltsraum, eine Küche und ein Schlafraum mit acht Betten. Die Initiative dazu übernahm Pastor Gerhard. Seine Tante, Irmgard Brandt, eine frühere Gutsbesitzersfrau aus dem Osten, übernahm die Leitung und versorgte mit vielen Helferinnen die notleidenden Durchreisenden. Viele Menschen fanden dort eine Bleibe für Stunden, bekamen etwas zu essen und konnten dort übernachten. Als Irmgard Brandt aus Alters- und Gesundheitsgründen ihren Dienst nicht mehr tun konnte, übernahm im Oktober 1959 Mathilde Meyer die Leitung. |
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Bevor ich den Dienst bei der Bahnhofsmission antrat, mußte ich erst an einer Tagung im Haus Villigst bei Schwerte an der Ruhr teilnehmen. Frau von Alvensleben wollte mich auf Herz und Nieren überprüfen, um zu erfahren, ob ich der Sache gewachsen war. Sie stellte mir allerlei Aufgaben. Ich mußte z.B. aufschreiben, wann die Teilnehmerinnen abreisen wollten, damit das Frühstück und die Taxen bestellt werden sollten. |
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Das gelang mir nicht, weil die Damen, anstatt sich während der Mittagspause in eine von mir angelegte Liste einzutragen, lieber erzählten oder spazieren gingen. Da geschah ein Donnerwetter; denn unsere "gute Aja", wie wir Frau von Alvensleben nannten, konnte leicht hart sin. Sie sagte mir: "wenn ich das nicht mal schaffte, könnte ich auch keine B.M. leiten." Bei einer zweiten Aufgabe stellte ich sie aber zufrieden. |
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Es war ja in der Adventszeit und darum mußte ich als Abschluß eine Adventsfreier gestalten, die ihren vollen Beifall fand. Außerdem faßte ich den Tagesablauf in Versen zusammen, wofür sie ihre Anerkennung aussprach. So hatte ich nun meine Prüfung bestanden und konnte mit meiner Arbeit beginnen. |
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Auszug aus "Kartoffelbrei und Spiegelei - Geschichten aus 30 Jahren Tätigkeit bei der Bahnhofsmission Lehrte" von Mathilde Meyer. |
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