Zum Sonntag von Pastor Matthias Paul, St.-Paulus-Gemeinde Burgdorf Gott kommt - unglaublich, oder? Endlich, der Erste Advent ist da. Ein Lichtblick in der trüben Zeit. Es wird wärmer in den Häusern – und auch in den Herzen. Im Wort "Advent" steckt das Wort "ankommen" - "Ankunft". In der Antike wurde dieser Begriff gebraucht für die Ankunft einer Gottheit im Tempel oder auch für die Thronbesteigung des Kaisers. Also: Etwas ganz Besonderes. Bei uns heute geht es um die Ankunft Christi unter den Menschen - das ist ja Weihnachten: Gott kommt in Jesus Christus den Menschen ganz nahe - eben als Mensch unter Menschen. Die Adventszeit - das sind die vier Sonntage vor Weihnachten. In der Zeit der alten Kirche hat sich diese Zahl nach und nach herausgebildet. Schaut man sich heute die Adventszeit an, so ist es eine besonders festliche Zeit: Es wird geschmückt, Lichter werden in den Städten aufgestellt, es duftet nach Bratwurst und Glühwein: Eine schöne, eine festliche Zeit. Nie macht es so viel Spaß, durch die Städte zu gehen. Und das ist gut so! Und doch: Wenn Sie in der Adventszeit einmal in die Gottesdienste kommen, werden Sie die violette Farbe am Altar und am Lesepult bemerken. Violett als Farbe der Buße, und der Umkehr. Die Adventszeit ist ursprünglich eine Fastenzeit gewesen - genauso wie die Passionszeit vor Ostern eine Fastenzeit ist. Das "Fasten" steht hier vor allem für innere Besinnung, innere Neu-Orientierung, einmal im Strom der Zeit innehalten - und auf sein Herz, auf Gott hören: Denn Gott kommt. Unglaublich, oder?