Denn immer wieder geht die Sonne auf

Glaubenssache

Heidrun Golenia. Foto: privat
Heidrun Golenia. Foto: privat

Nun erleben wir schon den zweiten Frühling in der Pandemie. Die Einschränkungen nehmen kein Ende. Existenzängste und Kontaktbeschränkungen, Home-Schooling und Zoom-Studium, Beruf und Kinderbetreuung – das alles macht viele von uns müde und dünnhäutig.

„Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf – Denn Dunkelheit für immer gibt es nicht.“ So singt es Udo Jürgens. Ein Satz, der Mut machen soll in schweren Zeiten? Es ist zunächst nur eine Feststellung, Ob sie hilft oder nicht – sie stimmt. Die Sonne geht immer wieder auf, auch in dieser Zeit. Darauf können wir uns verlassen, sogar, wenn sie mal nicht zu sehen ist. Alle Zeiten gehen vorbei, auch die dunklen. Auch wenn sie aufgrund der Pandemie schon mehr als ein Jahr andauern und noch wenig Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Es ist erstaunlich, wie wir uns nach Selbstverständlichkeiten sehnen: Ein Einkaufsbummel mit anschließendem Kaffee, der Urlaub im eigenen Land. Das und mehr wird zu etwas Besonderem.

Bis all das wieder möglich ist, bleibt uns nur zu schauen, wie wir uns an den kleinen Dingen erfreuen können: An der erwachenden Natur, den länger und wärmer werdenden Tagen. Am Spazierengehen, dem neuen Hobby der Menschen. Der Schritt vor die Tür ist die sichere Möglichkeit, andere Menschen zu treffen und zu reden. Und auch an der Hoffnung, dass möglichst viele bald geimpft sein werden und wieder mehr Normalität in unser Leben kommt.

Dass die Dunkelheit ist nicht für immer, davon haben wir gerade an Ostern gehört. Als die Sonne am dritten Tag aufgeht, liegt Jesus nicht mehr im Grab. Er ist auferstanden. Denn selbst der Tod kann Gott nicht aufhalten. Und er wird gewiss dafür sorgen, dass auch morgen ganz gewiss die Sonne wieder aufgeht. Wenn das kein Grund ist, zuversichtlich durch das Leben zu gehen!

Heidrun Golenia
Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Sehnde – Rethmar – Haimar

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

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