Die Bindungen sind fragiler geworden

Pastor i.R. Henning Runne blickt zurück auf 36 Jahre Dienst in der Kirchengemeinde Ahlten

Pastor i.R. Henning Runne. Foto: Volker Neumann
Pastor i.R. Henning Runne. Foto: Volker Neumann

Henning Runne ist mit der St.-Martins-Kirchengemeinde Ahlten verbunden wie kaum jemand anders im Dorf. 36 Jahre war er dort Pastor. Anfang Oktober hat ihn die Kirchengemeinde verabschiedet und Superintendentin Sabine Preuschoff von seinen Aufgaben entbunden. Im Drei-Fragen-Interview mit der Medienarbeit des Kirchenkreises Burgdorf blickt der Pastor i.R. zurück auf die Meilensteine seiner Arbeit, Veränderungen in der Kirchengemeinde und wagt einen Blick in die Zukunft:

Kirchenkreis: Was waren die wichtigsten Meilensteine Ihrer Arbeit?

Hening Runne: In den 36 Jahren waren zum einen der Um- und Neubau des Gemeindezentrums ein Meilenstein, weil Kirche und Martinshaus zusammengebracht werden konnten. Das hat sich sehr positiv auf das Gemeindeleben ausgewirkt, weil Kirchengemeinde wahrnehmbarer wurde. Viele neue Veranstaltungen sind auf den Weg gebracht worden – von den Kinder-Bibel-Tagen über besondere Feste, Ausstellungen bis hin zu Kirchens Biergarten. Auch zuletzt die Grundsanierung und -renovierung des Kircheninnenraumes war ein Meilenstein.

Zum anderen gehörte zu den Meilensteinen auch, dass die Kirchengemeinde offen, einladend und verbindend wirken konnte – mit einem Begrüßungsfest für alle Neuzugezogenen im Jahr 2000, der schon erwähnten Einrichtung von Kirchens Biergarten, der unterschiedlichste Menschen von Jung bis Alt zusammenbringen und zu einem beliebten Treffpunkt werden konnte, dem Motorrad-Gottesdienst (MoGo), der noch einmal eine ganz andere Zielgruppe angesprochen hat und mit dem Sozialfonds Ahlten, der auf Initiative der Kirchengemeinde mit den Vereinen, Verbänden und dem Ortsrat Ahlten eingerichtet werden konnte. Mein Anliegen war immer, dass Kirche im Dorf und bei den Menschen präsent und dicht dabei ist.

Kirchenkreis: Wie hat sich die Kirchengemeinde in all den Jahren verändert?

Hening Runne: In den 36 Jahren gab es natürlich auch Veränderungen. So ist manches der eher traditionellen Arbeit ausgelaufen. Dafür haben sich neue Angebote und Aktivitäten ergeben, die von vielen Ehrenamtlichen getragen und begleitet werden. Insgesamt ist die Gemeinde, das Gemeindeleben dadurch bunter und lebendiger geworden. Zu den Veränderungen gehört aber auch, dass die Bindung an die Kirchengemeinde insgesamt, wie allgemein im sozialen Raum, fragiler geworden ist. Die vielen neuen Projekte und Angebote haben nicht unbedingt zu einer stärkeren Bindung oder Verbindung mit Kirche und Gemeinde geführt. Das ist natürlich schade.

Kirchenkreis: Was wünschen Sie der Kirchengemeinde Ahlten für die Zukunft?

Hening Runne: Ich wünsche der Kirchengemeinde, dass sie weiterhin einladend und vielfältig wirken kann, sich auch ihrer diakonischen Verantwortung bewusst bleibt und offen ist für Neues und Anderes, das mit einem Wechsel im Pfarramt verbunden ist. Gut wäre es, wenn sie ihr Profil weiter schärfen könnte und dabei unterwegs bleibt, Gottes Botschaft für und mit den Menschen lebendig werden zu lassen.

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