Die Hoffnung wachsen sehen

Glaubenssache

Ricarda Schnelle, Pastorin in den ev.-luth. Kirchengemeinden Haimar, Rethmar, Sehnde. Foto: privat
Ricarda Schnelle, Pastorin in den ev.-luth. Kirchengemeinden Haimar, Rethmar und Sehnde. Foto: privat

In drei Wochen feiern wir das Osterfest. Jetzt ist es an der Zeit, Ostergras zu säen. Dazu säen wir einfache Weizenkörner in flache Schalen aus, die mit Erde gefüllt sind. Die Körner werden mit Erde bedeckt und anschließend regelmäßig behutsam gegossen. Mit Kindern macht das besonders viel Spaß, aber auch viele Erwachsene haben einen Sinn für diese Tradition. An Ostern ist das Gras eine schöne Tischdekoration, in der man auch ein paar Ostereier verstecken kann.

Aber zunächst können wir dem Gras beim Wachsen zusehen: Langsam hebt sich die Erde. Die Körner brechen auf und kleine grüne Spitzen strecken sich in Richtung Licht. Das Korn stirbt, das Gras wächst. Jeden Tag ein kleines Stückchen. Es ist ein frisches Grün, ganz unverbraucht. Es wächst etwas Neues auf meiner Fensterbank.

Aus dem Dunkel der Erde wächst etwas Neues. Aus dem Dunkel des Todes entsteht neues Leben. Das Ostergras ist ein Zeichen dafür, dass mit dem Tod nicht einfach alles vorbei ist. Es entsteht etwas Neues. Das ist unsere Hoffnung. Darum feiern wir Ostern.

In den kommenden drei Wochen können wir unserer eigenen Hoffnung beim Wachsen zusehen. Etwas Neues kann entstehen. Ganz langsam, Stück für Stück. Worauf hoffen Sie?

„Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt. Keim, der aus dem Acker, in den Morgen dringt. Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.“ (Evangelisches Gesangbuch, Nummer 98)

Eine hoffnungsvolle Woche wünscht Ihnen

Ricarda Schnelle
Pastorin in den ev.-luth. Kirchengemeinden Haimar, Rethmar und Sehnde

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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