Eine neue Wirklichkeit

Glaubenssache

Pastor Steffen Lahmann. Foto: Simone Bürger
Pastor Steffen Lahmann. Foto: Simone Bürger

Sie umgibt uns täglich. Gerade beim Lesen der Zeitung, aber auch auf der Arbeit, beim Einkaufen und Zuhause: Sprache.
Sprache kann verletzen und erniedrigen, sie kann beflügeln und ermutigen. Unsere Wünsche und Hoffnungen lassen sich mit ihr ebenso beschreiben, wie die Wirklichkeit, die uns umgibt. Mehr noch: Sprache schafft Wirklichkeit.

Egal, ob die Worte leicht daher gesagt sind oder umständlich formuliert. Sprache transportiert unsere Werthaltungen. Sprache beeinflusst, wie wir denken und handeln, was wir wahrnehmen und woran wir uns wie erinnern. Sprache erzeugt Bilder. Denn es macht ja einen Unterschied, ob wir einen Hund einfach „Hund“ nennen oder ihn als „Wauwau“, „Töle“ oder „Köter“ bezeichnen.

Sprache ist ein hohes Gut. Auch deshalb ist die „Verrohung der Sprache“ Besorgnis erregend, nicht nur in Hasskommentaren im Internet, sondern manchmal ganz alltäglich in abwertenden Bemerkungen über Minderheiten, über Politiker, Polizisten, Flüchtlinge, über Arbeitslose oder Menschen, die von Armut betroffen sind und viele andere mehr.

Denn auch Worte sind Taten und können zu weiteren Taten führen. Schon Jesus wusste das. Seinen Jüngern sagt er: „Wer euch hört, der hört mich.“ (Lukas-Evangelium, Kapitel 10, Vers 16a). Jesus vertraut seinen Jüngern seine Botschaft an. Damit zeigt er uns Menschen seine Wertschätzung. Er zeigt uns, dass er uns vertraut. Er zeigt uns, dass er in unseren Worten und unseren Taten selbst wirksam ist, um eine neue Wirklichkeit zu schaffen. Eine Wirklichkeit, in der Vertrauen und Wertschätzung unser Denken, Reden und Handeln leiten. Und zwar täglich.

Steffen Lahmann
Pastor der St.-Petri-Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

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