Advent ist … wie eine Geburtsvorbereitung

Glaubenssache

Steffen Lahmann ist Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen
Steffen Lahmann Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen

„Jetzt sieht er aus wie ein kleiner König“, denkt er. Frisch gewickelt und abgefüttert. Das Kind schnullert friedlich. Geschafft. Er lässt sich in den Sessel fallen, das Spucktuch über der Schulter. Schon die Ankunft des „kleinen Königs“ hielt ihn in Atem. Diese Zeit hat ihn verändert: Die Fragen, welche Hoffnungen und Wünsche er für sein Kind hat; was er ihm mit auf den Weg geben will.

„Ich bin schwanger“ sagte seine Frau. Seitdem ging auch er schwanger mit seinen Gedanken: Wie wird es werden? Was kommt auf mich zu? – Etwas Großes.

Das wurde ihm klar, als er im Babymarkt stand. Inmitten von Kindersitzen und Babybetten, Wickeltischen und Kinderwagen. Zuhause ergänzten plötzlich Steckdosen-Sicherungen, Treppengitter und Klebe-Ecken an den Tischen die Einrichtung. Dabei läuft das Kind noch gar nicht. Im Geburtsvorbereitungskurs lernte er, ein Baby zu wickeln. Auch, wie man(n) Wehen weg atmet, weiß er jetzt. Das Kind war Teil seines Lebens, noch bevor es geboren war.

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer!“ So sagt der Prophet Sacharja den Advent an. Advent heißt Ankunft. Gott ist auf dem Weg zu uns. Gott kommt als Kind zur Welt. Ein kleiner König, in dem uns das große Wunder des Lebens begegnet. Ein gerechter König, der nicht mehr erbittet als jedes Kind: Aufmerksamkeit und Liebe. Und uns dadurch hilft zu begreifen, dass auch das kleinste Leben nicht ohne Hoffnung ist.

Die Geburt eines Kindes verändert das Leben. Es ist gut, sich darauf vorzubereiten. Im Advent.

Steffen Lahmann
Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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