Dr. Judith Rohde erhält den Blickwechselpreis

Ehrung für langjähriges und Innovatives Engagement im christlich-jüdischen Dialog

Dr. Judith Rohde erhält den Blickwechselpreis 2019. Foto: Stefan Heinze
Dr. Judith Rohde erhält den Blickwechselpreis 2019. Foto: Stefan Heinze

Die Sprecherin des Burgdorfer Arbeitskreises Gedenkweg 9. November Dr. Judith Rohde wird mit dem Blickwechselpreis 2019 für langjähriges und innovatives Engagement im christlich-jüdischen Dialog ausgezeichnet. „Mit der Auszeichnung würdigen wir den dauerhaften, vielfältigen und nachhaltigen Einsatz Dr. Judith Rohdes im christlich-jüdischen Gespräch“, begründet die Vorsitzende des Vereins Begenung – Christen und Juden. Niedersachsen e.V. (BCJ), Pastorin i.R. Karin Haufler-Musiol, die Wahl der diesjährigen Preisträgerin.

Die gebürtige Südschwarzwälderin und heutige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover Dr. Judith Rohde ist seit dem Jahr 2010 Sprecherin des genannten Arbeitskreises und hat in dieser Funktion zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen mitgestaltet, Referate gehalten oder sich im Rahmen von Erwachsenenbildung für eine breitere und tiefere Kenntnis jüdischer Religion eingesetzt. Zuletzt machte Rohde durch die Verschriftlichung von Rechercheergebnissen des verstorbenen Pastors Rudolf Bembenneck die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Burgdorf einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Diese und andere Verdienste mehr haben den Vorstand von Begegnung – Christen und Juden. Niedersachsen bewogen, Dr. Judith Rohde mit dem Blickwechselpreis auszuzeichnen.

Im Arbeitskreis Gedenkweg 9. November engagieren sich Menschen aus drei Burgdorfer evangelischen Kirchengemeinden, der katholischen Gemeinde sowie dem Kulturverein Scena, um die Erinnerung an die jüdische Gemeinde Burgdorfs wachzuhalten und Kenntnisse über das historische und heutige Judentum zu vermitteln.

Der Preis wird verliehen im Rahmen des Sommerfestes des Vereins Begegnung – Christen und Juden. Niedersachsen e.V. (BCJ)

am Sonntag, 18. August 2019,
in der St.-Petri-Gemeinde, Dörriesplatz (Nähe Kantplatz/Pferdeturm), 30625 Hannover (Kleefeld),
Beginn 15 Uhr (offizieller Teil mit Preisverleihung bis ca. 16.15 Uhr).

Die Laudatio hält Dr. Petra Bahr, Landessuperintendentin des Sprengels Hannover der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die Verleihung steht unter der Schirmherrschaft des Landesbischofs der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Ralf Meister.

Mit der Auszeichnung wird Rohde ein künstlerisch gestalteter Granatapfel überreicht – ein Symbol dafür, wie eine Frucht viele neue Früchte hervorbringen kann. Dazu erhält Rohde als erste der mit dem Preis ausgezeichneten Personen einen vergoldeten Granatapfel als Anstecker.

Frühere Träger/innen des Blickwechselpreises sind Udo Groenewold, Ingrid Willing, Arnulf Baumann, Hans-Georg Spangenberger, Hans-Joachim Schreiber, Rabbiner Dr. Gábor Lengyel, Elke von Meding, Bärbel Zimmer und Rachel Dohme.

Mehr Infos zum Verein Begegnung – Christen und Juden. Niedersachsen e.V. >

Mit der Auszeichnung wird Rohde ein künstlerisch gestalteter Granatapfel überreicht – ein Symbol dafür, wie eine Frucht viele neue Früchte hervorbringen kann. Foto: Stefan Heinze
Mit der Auszeichnung wird Rohde ein künstlerisch gestalteter Granatapfel überreicht – ein Symbol dafür, wie eine Frucht viele neue Früchte hervorbringen kann. Foto: Stefan Heinze

Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November

Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November wurde in Burgdorf anlässlich der 50jährigen Wiederkehr des Erinnerns an die Reichspogromnacht durch Gertrud Mrowka und Rudolf Bembenneck, damals Pastor an der St. Pankratius-Kirche, gegründet. Ihm gehören Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden St. Pankratius, St. Paulus und Martin-Luther, der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus und des Kulturvereins Scena sowie interessierte Einzelpersonen an. Ausgangspunkt und Kernanliegen ist die Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Burgdorf.

Wichtige Erinnerungsorte im öffentlichen Raum gehen auf Initiativen des Arbeitskreises zurück, so die in den Jahren 2006 bis 2008 von dem Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine und der im Jahr 2008 von dem Dipl.-Designer, Bildhauer und Maler Uwe Appold gestaltete Gedenkfries für die in der NS-Zeit Ermordeten. Im Gebäude der 1811 eingeweihten, ehemaligen Synagoge entstand das Kulturzentrum KulturWerkStadt, das in einem Bereich dauerhaft an die Geschichte des Hauses und seine Nutzung als Synagoge erinnert.

Darüber hinaus ist die Vermittlung von Kenntnissen über das historische und heutige Judentum und die Begegnung mit jüdischen Menschen ein wichtiges Anliegen des Arbeitskreises. Neben der jährlich am 9. November stattfindenden Gedenkveranstaltung organisiert der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November Vorträge, Ausstellungen, Kino-Vorstellungen und Exkursionen. Er sucht den Kontakt zu Vertretern der Politik, Kirchengemeinden und Schulen, um gemeinsam „ein historisch belehrtes Gegenwartsbewusstsein“ (Thomas Meyer) zu entwickeln, damit wir nicht „dazu verdammt sind, Geschichte zu wiederholen“ (George Santayana).

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