Gedenkweg 9. November startet am Rathaus I

„Wie man vom Genozid reden muss ...“ Vortrag von Friedrich Erich Dobberahn

Stolpersteine in Burgdorf. Foto: Dieter Heun
Stolpersteine in Burgdorf. Foto: Dieter Heun

Der 1988 von Gertrud Mrowka und Rudolf Bembenneck gegründete Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“ erinnert in diesem Jahr mit zwei Veranstaltungen an die Ereignisse der Reichspogromnacht am 9. November 1938.

Der Gedenkweg am 9. November beginnt um 18:30 Uhr am Rathaus I, Marktstraße 55. Von dort aus werden die Stolpersteine in der Marktstraße 48 (Julie Simon), Poststraße 1 (Emilie Neuhaus und Clara Palmbaum), Poststraße 2 (Emma Blumenthal, Gustav Italiener) und Louisenstraße 4 (Meyer Löwenstein, Margarete Kaufmann) besucht und von Mitgliedern des Arbeitskreis wird kurz der Personen gedacht, für die die Steine stehen.

Um 19:15 Uhr findet im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses ein Vortrag von Dr. Dr. Friedrich Erich Dobberahn mit dem Titel „Wie man vom Genozid reden muss. Epigraphische Zeugnisse aus dem Celler Landkreis“ statt. Dr. Dr. Dobberahn unterrichtet am Gymnasium Ernestinum in Celle Hebräisch.

Der evangelische Theologe hat semitische Sprachen und Ägyptologie studiert und in Äthiopistik und Altem Testament promoviert. Er war Gemeindepfarrer in Wuppertal-Ronsdorf und von 1985-1993 an der Escola Superior de Teologia in São Leopoldo-RS (Brasilien) als Professor für das Alte Testament tätig, wo er ein Projekt für Straßenkinder aufbaute. Neben verschiedenen Lehraufträgen an deutschen Hochschulen hat er auch einen Lehrauftrag an der Deutschen Universität in Armenien.

Sein Vortrag befasst sich unter anderem mit dem „Rosenwasser Grabstein“ auf dem alten jüdischen Friedhof in Celle, wo zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte der Begriff „Shoa“ verwendet wird, und dem Jüdischen Mahnmal in Bergen-Belsen mit dem Zitat aus dem Buch Hiob: „Erde bedecke nicht ihr Blut!“. Die Veranstaltung wird musikalisch von Michael Schalamov am Klavier begleitet.

Herzliche Einladung zu beiden Veranstaltungen!
Judith Rohde

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