Gottes neue Welt im Blick behalten

Glaubenssache

Anette Heinze, Ehrenamtliche Mitarbeiterin der St.-Nikolaus-Gemeinde, Burgdorf. Foto: privat
Anette Heinze, Ehrenamtliche in der St.-Nikolaus-Gemeinde. Foto: privat

Es war um das Jahr 1950; eine allgemeine Erregung hatte sich vieler Menschen bemächtigt. Eine Sekte in Amerika sah das Ende der Welt vor der Türe stehen.

Die Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft versammelten sich in weißen Gewändern auf einem Berg und erwarteten den wiederkommenden Christus. Die Menschen rechneten fest damit, dass Christus zu ihren Lebzeiten wiederkommen würde.

Hand aufs Herz! Wer von uns rechnet im Ernst noch mit der Wiederkunft Christi?

In unserer Gesellschaft ist eher das Gegenteil der Fall. Arbeit, Erfolg, Besitz, Geld, Lebensstandard werden heute von vielen Menschen als wichtiger gesehen und in den Mittelpunkt gestellt. Aber sind wir bereit, für die Ankunft unseres Herrn?

Als Idealbild könnte es etwa so aussehen. Der Christ ist einer, der mit beiden Beinen auf der Erde steht. Er ist ein Realist und will und soll die Erde nach den Weisungen Christi gestalten.

Aber zugleich ist er einer, der die Hand über die Augen hält, in die Ferne blickt, um Ausschau zu halten nach der neuen Welt Gottes, die mit der Wiederkunft Christi beginnt.

Wenn ein Christ dies tut, dann wird er ganz gewiss nicht die irdischen Dinge verachten oder sich schwärmerisch in Wolkenkuckucksheimen bewegen; aber die irdischen Dinge erhalten einen anderen Stellenwert.

Das Evangelium an diesem Sonntag (Lukas-Evangelium, Kapitel 21, Verse 5-19) ermutigt uns zu einem Glauben, der sich durch nichts und niemanden beirren lässt, der vielmehr an der Liebe und Treue zu Gott festhält. Einen solchen vertrauenden Glauben wünsche ich uns allen auf unserm Weg durch die Zeit.

Anette Heinze
Ehrenamtliche Mitarbeiterin der St.-Nikolaus-Gemeinde, Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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