Aufeinander achten

Glaubenssache

Diakon Hartmut Berkowsky, St.-Nikolaus-Gemeinde, Burgdorf. Foto: privat
Diakon Hartmut Berkowsky, St.-Nikolaus-Gemeinde, Burgdorf. Foto: privat

"Und sie nahmen ihn nicht auf", Lukas-Evangelium, Kapitel 9, Vers 53

Irgendwo fremd hinkommen, wie zum Beispiel im Urlaub oder in den Ferien, kann sehr schön, ja sogar interessant und aufregend sein. Doch dorthin zu kommen, wo man nicht erwünscht ist, ist bedrückend.

In der Weihnachtsgeschichte wird erzählt, dass Maria und Josef abgewiesen wurden. Auch Jesus und seine Jünger und die ersten Christen haben es erlebt. Und es geht weiter, bis heute. Überall und immer wieder gibt es Menschen, die Fremde nicht aufnehmen wollen, die sie ablehnen, abweisen, nicht haben wollen. Beispiele für Ausländerfeindlichkeit gibt es leider heute immer noch, obwohl viele Menschen anderer Herkunft schon lange hier leben oder sogar hier geboren worden sind.

Auch andere Menschen, die auf der Suche nach Arbeit sind, können erzählen, wie schmerzlich es ist, abgewiesen zu werden. Manches Kind erlebt es Monate lang in seiner neuen Klasse. Ältere Schüler erfahren Abweisungen auf der Suche nach einem Freund, einer Freundin. Andere suchen Anerkennung durch ihre Eltern, durch den Lehrer, den Chef oder Arbeitskollegen, die ihnen wichtig sind. Immer ist Abgewiesen-Werden bedrückend und tut weh bis ins Herz.

Aber was können wir – was kannst Du oder ich tun?

Wie Jesus an den Menschen interessiert sein, mit denen wir zusammenkommen. Gut auf sie achten. Wir können sehen oder auch fragen, wie es dem Einzelnen um sich herum geht. Ein Kind merkt vielleicht, dass ein anderes bedrückt und stiller als sonst ist, und sagt es seinen Eltern. Schülern kann auffallen, dass ein Mitschüler oft nicht gut drauf ist, und sie können mit einem Lehrer darüber reden. Auch in der Familie oder am Arbeitsplatz kann jeder auf den anderen achten, auf ihn zugehen und vielleicht sogar vorsichtig fragen, was los ist, wie geht es dir/ihnen? – Wichtig ist also, dass jede und jeder auf seine Mitmenschen achtet.

Das ist Nächstenliebe, wie Jesus sie sieht. – Manchmal können wir dann noch wie er, klug sein und einer Auseinandersetzung im Alltag aus dem Weg gehen, oder jemandem beistehen in einer schwierigen Situation. Auch wenn Streit zum Leben gehört, darf er nicht gewalttätig werden.

Jesus verstand die Wut seiner Jünger über die Abweisung, die sie erlebten. Er wies sie aber zurecht, als sie sich an den Menschen, die ihn nicht aufnahmen, rächen wollten.

Ich möchte Sie einladen die Bibelstelle im Lukas-Evangelium, Kapitel 9, die Verse 51 bis 62, zu lesen und wünsche Ihnen bei der Betrachtung eine gute Zeit der Besinnung.

Hartmut Berkowsky
Diakon, Röm-kath. St.-Nikolaus-Gemeinde, Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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