Gut, wenn man gehalten wird!

Glaubenssache

Rüdiger M. Nijenhof. Foto: Dethard Hilbig
Rüdiger M. Nijenhof. Foto: Dethard Hilbig

In jedem Leben gibt es Zeiten, in denen man unsicheren Boden betritt. Manchmal ist es auch so, dass ganz plötzlich der doch so feste Boden zu wanken scheint und sich vor einem plötzlich ein Abgrund auftut. Da ist es gut, wenn man sich festhalten kann und sich gehalten weiß. Wie unklug wäre es in diesen Momenten, wenn man die Hand nicht ergreifen würde, die einen halten will?

„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn DU hältst mich bei meiner rechten Hand“, so sagt es der Beter in Psalm 73, Vers 23. Es ist ein hilfreiches Bekenntnis zu Gott in schwerer Zeit, das auch in guten Zeiten beständig bleibt.

Ich werde daran erinnert, wenn einer meiner Söhne vollbepackt oben auf der Treppe steht und plötzlich vor lauter Spielzeug die Stufen nicht mehr sehen kann. Er weiß, dass da Stufen sind. Er ist sie so oft schon gegangen. So voll bepackt aber sieht er den Boden nicht mehr und das macht ihn unsicher.

Und da ruft er dann „Papa, Hand!“ und dann „Bitte!“ Und dann geht dieser kleine Junge mit all seinem Spielzeug auf dem Arm und meine Hand festhaltend die Treppe runter und ist gar nicht mehr unsicher. Warum auch? Er wird ja gehalten.

In einem modernen Glaubenslied heißt es: „Bei Dir kann ich fallen, denn Du hältst mich fest!“ Wer gehalten wird, mag vielleicht ein Stufe verpassen, gehalten bleibt er. Wie unklug wäre es in solchen Momenten die Hand zu verweigern. Wieviel klüger ist es, besonders dann nach der Hand zu fragen, die einen halten will?

„Papa, Hand! Bitte!“ Dafür ist man nie zu alt. – Seien Sie gehalten!

Rüdiger M. Nijenhof,
Sprecher der Lektoren und Prädikanten im Kirchenkreis Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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