Heilsam!

Glaubenssache

Pastorin Beate Gärtner, Ev.-luth. Matthäus-Kirchengemeinde, Lehrte. Foto: Volker Neumann
Pastorin Beate Gärtner, Ev.-luth. Matthäus-Kirchengemeinde, Lehrte. Foto: Volker Neumann

Ich stehe in der Bibliothek unseres Kirchenzentrums und kopiere. Da tritt eine Frau an mich heran.
„Frau Gärtner, beim Konfirmationsjubiläum und an Weihnachten, da haben Sie am Ende Ihrer Predigten etwas gesagt, das war so schön! Können Sie mir das mal zukommen lassen?“ „Schicken Sie mir doch einfach eine Mail, dann habe ich Ihre Adresse“, antworte ich.

Die Mail der Frau kommt, ich suche die Predigten raus, hänge sie an meine Antwort und will das Ganze schon abschicken. Dann aber denke ich: Vielleicht meinte die Frau gar nicht meine Predigten?!

„Da haben Sie am Ende Ihrer Predigten was gesagt, das war so schön!“

Vorsichthalber ergänze ich meine Antwort: „Die liturgische Formulierung, die ich nach jeder Predigt benutze, lautet: ‚Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.‘“ Und tatsächlich! Es ist genau diese Formulierung, die die Frau so schön fand.

Sieh‘ mal einer an, denke ich. Es sind gar nicht meine Predigten, die bei der Frau einen solchen Eindruck hinterlassen haben. Es sind Worte von Paulus. Vor beinahe 2000 Jahren so ziemlich am Ende eines Briefes an eine seiner Gemeinden geschrieben. Als Wunsch für diese Gemeinde gedacht.

Wie heilsam, dass es letztlich gar nicht auf mich ankommt! Dass Gott durchaus auch ohne mich in der Lage ist, sich seinen Weg in die Herzen und Sinne der Menschen zu bahnen.

In diesem Sinne: Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Pastorin Beate Gärtner
Ev.-luth. Matthäus-Kirchengemeinde Lehrte

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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