Ihr seid gesegnet und sollt ein Segen sein!

Glaubenssache

Susanne Paul ist Pastorin in der Martin-Luther-Gemeinde Ehlershausen, Ramlingen, Otze
Susanne Paul ist Pastorin in der Martin-Luther-Gemeinde Ehlershausen, Ramlingen, Otze

Ehlershausen. „Ihr sollt ein Segen sein!“ Überall werden gerade Konfirmationen gefeiert. Junge Menschen, die strahlend zum Gottesdienst kommen – jede und jeder auf ihre Weise an diesem Tag, an dem es um sie und Gottes Segen geht.

Gottes Segen – eine ganz besondere Zusage: „Du bist für mich besonders und wichtig!“ Hört sich so banal an und macht so reich. In einer Zeit, in der es um oberflächliche Schönheitsideale geht, die sich an Konfektionsgrößen und Haarfarben misst, in einer Zeit, in der Menschen sich wünschen, besonders zu sein, ohne zu sehr aufzufallen, in Zeiten, in der niemand Durchschnitt sein möchte , ist diese Zusage ein Geschenk.

Hier geht es nicht um Leistungen und Maßstäbe, die andere anlegen, hier geht es auch nicht um die eigenen Maßstäbe, die manchmal noch viel unbarmherziger sind, nein, hier geht es um jede und jeden einzelnen, um das, was an ihr, was an ihm besonders und einzigartig ist. „Vergiss es nie, dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt und solche Augen hast alleine du, vergiss es nie, niemand sieht den Himmel ganz genau wie du und niemand lächelt, so, wie du’s grad tust!“ heißt es in einem beliebten Tauflied. Der Segen Gottes lässt das Einzigartige im Normalen leuchten, bringt das Besondere im Unauffälligen zum Strahlen.

„Ja!“ zu diesem Segen sagen, heißt, auch, selber zum Segen zu werden. Denn der Segen Gottes, die Zusage, die stark macht, will weitergegeben werden. „Ihr seid gesegnet und sollt ein Segen sein!“ – was für ein wunderbarer Grund für ein Fest!

Susanne Paul
ist Pastorin in der Martin-Luther-Gemeinde
Ehlershausen, Ramlingen, Otze

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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