Israelsonntag – warum eigentlich?

Glaubenssache

Kirsten Fricke, Pastorin und Seelsorgerin in der JVA Sehnde. Foto: Jens Schulze
Kirsten Fricke, Pastorin und Seelsorgerin in der JVA Sehnde. Foto: Jens Schulze

Jesus war Jude. Das Alte Testament ist jüdisch. Das Christentum begann im weitesten Sinne als eine Art reformiertes Judentum.

Einen Großteil unserer Liturgie haben wir aus dem Alten Testament und somit aus dem Judentum übernommen wie zum Beispiel den aaronitischen Segen (4. Mose 6,24-26).

Ohne das Volk Israel gäbe es uns nicht, jedenfalls nicht als Christinnen und Christen. Seit dem 16. Jahrhundert wird diesem besonderen Verhältnis zwischen Judentum und Christentum ein Sonntagsgottesdienst gewidmet.

Der „Israelsonntag“ ist jüdischen Ursprungs. Er liegt in zeitlicher Nähe zum 9. Tag des jüdischen Monats Aw. An diesem Tag wird im Judentum der Zerstörung sowohl des salomonischen Tempels durch die Babylonier 586 vor Christus als auch des herodianischen Tempels durch die Römer im Jahr 70 nach Christus gedacht.

Der Israelsonntag eröffnet auch eine weiteres Mal die Möglichkeit, um jeglicher Form des Antisemitismus entgegenzutreten. Christen und Christinnen sind hier besonders gefordert, ihre Solidarität gegenüber Jüdinnen und Juden auszudrücken. Denn die Verbundenheit mit dem Judentum ist ein grundlegender Wesenszug des christlichen Glaubens.

Der Israelsonntag erinnert an die bleibende Verantwortung der Christenheit gegenüber ihren jüdischen Geschwistern. Dieser Verantwortung wollen wir uns dieses Jahr auf besondere Weise stellen. Am Sonntag, 25. August, feiern wir ab 11 Uhr in der St.-Nikolaus-Kirche in Burgdorf einen ökumenischen Gottesdienst. Die Predigt wird Frau Rabbinerin Ulrike Offenberg halten.

Kirsten Fricke
Pastorin und Seelsorgerin in der JVA Sehnde

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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