Martins-Kita in Ahlten arbeitet mit dem Ansatz der Reggio-Pädagogik

Fortbildung des Erzieherinnenteams macht praktische Erfahrungen in der Ahltener Martins-Kirche

Erzieherinnen machen mit Hilfe eines Spiegels neue Raumerfahrungen in der Kirche. Foto: Martinskita
Erzieherinnen machen mit Hilfe eines Spiegels neue Raumerfahrungen in der Kirche. Foto: Martinskita

Ahlten. In der Martinskita Ahlten wird nach dem pädagogischen Ansatz der „Reggio-Pädagogik“ gearbeitet. Dem Kirchenkreis Burgdorf ist es gelungen, die ehemals an der Ev. Fachhochschule Hannover für den Studiengang Elementarpädagogik tätige Professorin Dr. Krieg und ihren Mann für eine zweitägige Fortbildung zum Thema in der Kita in Ahlten zu gewinnen.

Susanne Jäger, Leiterin der Martins-Kita Ahlten, berichtet: „Am 4. und 5. Mai 2017 bildeten wir uns als Kindertagesstätten-Team in der „Reggio-Pädagogik“ fort. Mit den anerkannten Fachleuten Dr. Elsbeth und Helmuth Krieg aus Frankfurt machten wir uns auf den Weg und begannen ein Projekt zur Ahltener Martinskirche. Es war sehr spannend, mit Hilfe von Spiegeln, die Kirche einmal aus einer anderen Perspektive und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Zum Beispiel mit dem Blick auf die Farben der Kirche oder auf das Gemäuer. Wir haben viele neue „Gesichter der Kirche“ entdeckt und festgestellt, wie viel Spaß und Freude die doch etwas andere Art der Auseinandersetzung mit einem Thema auch uns Erwachsenen bereitet. Auf den Fotos ist zu sehen, wie wir in der Kirche gearbeitet haben …

In die Kindertagesstätte zurückgekehrt, wurde uns anhand der Theorie vermittelt, wie ein Projekt in der Reggio-Pädagogik entstehen kann und wie Kinder während der Projekte begleitet werden können. Wir erfuhren, dass es auch für Kinder das wichtigste ist, ihren eigenen Weg zu finden. Durch ausprobieren zu entdecken, wie etwas funktioniert, erfordert ein Umdenken und Aushalten bei uns Erzieherinnen, denn meistens wissen wir ja aufgrund unserer Erfahrungen schon was wie funktioniert. Durch eigenes Erleben findet Lernen und Bildung nachhaltiger und effektiver statt. Lebenspraktische Kompetenzen und die Vorbereitung auf die Schule findet, von außen betrachtet, nebenbei statt. Aus unserer Sicht ist diese Form für die Kinder sehr viel interessanter und mit viel mehr Spaß und Freude verbunden. Auch das Team ist gespannt auf den Weg, den die Kinder gehen werden und freut sich darauf, die Kinder der Martins-Kita dabei zu begleiten.

Auch der Austausch über die Dokumentation der pädagogischen Arbeit war ein Schwerpunkt der Fortbildung, denn in der Reggio-Pädagogik sind Portfolios (Sammelmappen) für die Kinder ein wichtiges Instrument. Die Kinder unserer Einrichtung besitzen schon alle einen eigenen Portfolio – Ordner. An der Dokumentation für alle Eltern und Kinder haben wir beispielhaft an unserem Projekt „Martins-Kirche“ gearbeitet. Zurzeit stellen wir die Ergebnisse in unserer Kita aus. Später werden sie auch im Gemeindehaus der Kirchengemeinde zu sehen sein. Wir finden: Sehr interessant – viel Spaß beim Schauen.“

Zur Reggio-Pädagogik

Die „Reggio-Pädagogik“ ist in den 1960er Jahren in der italienischen Stadt Reggio Emilia entstanden. Loris Mallaguzzi als Mitbegründer der Reggio Pädagogik hat die Inhalte maßgeblich geprägt.

Wichtig sind in der Reggio-Pädagogik:

- Das Bild vom Kind
- Die Rolle des Erziehers
- Das Lernen in Projekten
- Die Dokumentation
- Die Eltern als Partner
- Die Rechte der Kinder
- Der Raum als dritter Erzieher

Die Kinder werden als Konstrukteure ihrer Entwicklung, ihres Wissens und Könnens betrachtet.
Die Kinder wissen selbst am besten, was sie brauchen und verfolgen mit Energie und Neugierde die Entwicklung neuer Kompetenzen.
Die Kinder erweitern durch verschiedene Experimente, durch Versuch und Irrtum, durch das Ausloten von Grenzen ihre alterspraktischen und sozialen Kompetenzen.

Der Entwicklung der kindlichen Identität wird in der „Reggio-Pädagogik“ eine besondere Bedeutung beigemessen. Dies ergibt sich aus dem Menschenbild in dem wir das Kind als Mitglied unserer kooperativen Gemeinschaft wie Familie – Kita – Nachbarschaft – und Stadt sehen. Darin besteht die „Mächtigkeit des Kindes“ nicht nur aus seinem eignen Inneren schöpfen zu müssen, sondern seine Identität aus dem wechselseitigen Kommunikationsprozess mit der umgebenden Welt zu entwickeln.

Mit der Lupe erhalten die Erzieherinnen neue Anblicke des alten Kirchengemäuers. Foto: Martinskita
Mit der Lupe erhalten die Erzieherinnen neue Anblicke des alten Kirchengemäuers. Foto: Martinskita

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