Sankt Martin

Glaubenssache

Pfarrer Martin Karras. Foto: Georg Bosse
Pfarrer Martin Karras. Foto: Georg Bosse

„Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut sein Mantel deckt ihn warm und gut.“

Viele Kinder freuen sich, wenn sie in der dunklen Jahreszeit mit ihren Laternen durch die Straße ziehen. Doch um was geht es hier? Ist das Fest des Heiligen Martin, dass wir am 11. November feiern, tatsächlich ein Kinderfest oder ist dieses Fest auch für Erwachsene der Schlüssel zum Leben? Das Martinsfest ist ein Fest, bei dem die Kinder schon sehr früh etwas sehr entscheidendes für ihr Leben lernen könnten. Doch da viele Erwachsene selbst den Inhalt des Festes noch nicht bzw. nicht mehr in sich verwirklicht haben, ist es halt das Kinderlaternenfest geworden.

Doch die Heiligen sind da um uns Vorbild und Führung zu sein. An ihrem Beispiel können wir lernen, unserem Leben die richtige Richtung zu geben. Bei den evangelischen Christen wird jeder Christ als Heiliger (von der Welt abgetrennt) bezeichnet, so wie Paulus auch seine Briefe immer an die Heiligen (von Rom, Korinth etc.) schrieb. Und so wie Christen allgemein Vorbild sein sollen, benennt die katholische Kirche noch spezielle Heilige durch die Heiligsprechung, die als Vorbild dienen sollen.

Was ist also das Besondere am Heiligen Martin, das er diesen besonderen Tag im Jahr gewidmet bekam und solch ein Fest begangen wird?

Martin entschied sich, Christ zu werden. Dies führte zu verändertem HANDELN. Als römischer Soldat und Offizier bekannte er sich durch die Mantelteilung öffentlich zum Gott Jesu Christi. Er tat, was er für richtig hielt, auch wenn seine Umwelt das nicht verstand. Seine Kameraden machten sich lustig über Martin, verspotteten oder erklärten ihn für verrückt.

Aber dieser neue Weg war sein Weg, auf den er sich berufen fühlte. Gott hilft uns diesen Weg zu gehen. Denn Gott ist das Licht, dem wir folgen sollen um unseren Weg zu finden. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“, heißt es im Psalm 119. Diese Leuchte, von der die Bibel spricht, symbolisiert die Martinslaterne beim Umzug der Kinder. Sie zeigt uns den Weg durch die Finsternis. So wie Gottes Wort es auch tut.

Gleichzeitig ist der Martinsumzug ein Symbol für die allgemeine Berufung. Gemeinsam in die Welt zu gehen und leuchtendes Vorbild zu sein. „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, ...“ 1. Johannes 1,7 Also seid das Licht der Welt! So wünsche ich den Kindern, Eltern und Großeltern und allen, die beim Martinsumzug dabei sind, die Freude, Licht zu sein und einfach Spaß zu haben auf dem Weg durch unsere Stadt Burgdorf oder durch die andere Orte, wo in diesen Tagen unsere Martinsumzüge stattfinden.

Martin Karras
Pfarrer in St. Nikolaus, Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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