Was bedeutet eigentlich „Quempas“?

Glaubenssache

Kirchenkreiskantor Martin Burzeya. Foto: Stefan Heinze
Kirchenkreiskantor Martin Burzeya. Foto: Stefan Heinze

Auch in diesem Jahr werden die Chöre der St.-Pankratius-Kirchengemeinde am Samstag vor dem 1. Advent das Quempassingen gestalten. Es ist schon eine  langjährige Tradition, die es ermöglicht, dass sich inmitten des Weihnachtsmarktes in der Kirche viele Hundert Kinder und Erwachsene versammeln, um sich so gemeinsam auf die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit einzustimmen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Namen „Quempassingen“?

Das Kunstwort „Quempas“ leitet sich von den ersten beiden Silben des lateinischen Textes eines beliebten Weihnachtsliedes aus dem 15. Jahrhundert ab: „Quem pastores laudavere“, übersetzt „Er, den die Hirten lobten“. Es wurde zunächst nur in Gottesdiensten gesungen. Nach der Übersetzung ins Deutsche entwickelte sich daraus das „Quempassingen“, eine inhaltlich aufeinander abgestimmte Aneinanderreihung von verschiedenen Advents-und Weihnachtsliedern, in dessen Zentrum eben dieses Lied steht.

Der erste Teil des Liedes wird aus den vier verschiedenen Ecken der Kirche gesungen, das Licht wird gedimmt, Kerzen entzündet und Kinderstimmen erklingen, dann Erwachsene, dann alle gemeinsam, auch alle, die zuvor nur zugehört haben. Ein sehr bewegender Moment. Das Motto des traditionellen Burgdorfer Weihnachtsmarktes „Zeit miteinander“ könnte dann ergänzt werden: „Singt miteinander“.

Martin Burzeya
Kirchenenkreiskantor und Kantor der St.-Pankratius-Gemeinde, Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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