Wie ein Feuerwerk

Glaubenssache

Ricarda Schnelle, Pastorin in den ev.-luth. Kirchengemeinden Haimar, Rethmar, Sehnde. Foto: privat
Ricarda Schnelle, Pastorin in den ev.-luth. Kirchengemeinden Haimar, Rethmar und Sehnde. Foto: privat

„Wenn ich tot bin, dann soll es ein Feuerwerk geben.“ Das sagte ein Konfirmand, als wir auf der Konfirmandenfreizeit darüber sprachen, wie wir einmal bestattet werden wollen. Erdbestattung oder Einäscherung? Mit oder ohne Trauerfeier? Aber er sagte: Es soll ein Feuerwerk geben. Ein Feuerwerk bei der Trauerfeier. Mitten auf dem Friedhof. Eine verrückte Vorstellung. Aber eigentlich auch eine gute Idee: Es noch einmal richtig krachen lassen. So, dass alle es hören und sehen. Die Menschen stehen staunend auf dem Friedhof, den Blick nach oben gerichtet. Und am Himmel blitzen bunte Farben. Das Leben wird noch einmal in den Himmel gezeichnet, so dass Gott und die Menschen es sehen können. Himmel und Erde verbinden sich.

In einem Lied, das gerade oft im Radio gespielt wird, heißt es: „Lass uns leben wie ein Feuerwerk“. Und in einer der Strophen steht: „Feuerwerk und alles ist so schnell vorbei. Asche und Erinnerung ist, was morgen überbleibt.“ So kommt es uns manchmal vor: Das Leben ist so schnell vorbei wie ein Feuerwerk. Die Jugendlichen, die jetzt im Frühjahr konfirmiert werden, haben ein gutes Gespür dafür, wie zerbrechlich das Leben ist. Sie machen sich Gedanken darüber, was wohl nach dem Tod kommt; wie es sein wird, wenn unser buntes Lebenslicht erlischt. Bleiben dann nur „Asche und Erinnerung“? Ich glaube daran, dass unser Leben nicht verpufft wie ein Feuerwerk. Nach dem Tod zeichnet Gott unser Leben in den Himmel. Mit den bunten Farben seiner Ewigkeit.

Ricarda Schnelle
Pastorin in den ev.-luth. Kirchengemeinden Haimar, Rethmar und Sehnde.

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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