Kirchengemeinde verabschiedet Iris Habersack

Theologin war das ganze Berufsleben lang Pastorin in der Kirchengemeinde Hämelerwald

Pastorin Iris Habersack. Foto: Martin Steinke
Pastorin Iris Habersack. Foto: Martin Steinke

Hämelerwald. Fast 35 Jahre, ein ganzes Berufsleben lang, war Iris Habersack Pastorin der Kirchengemeinde Hämelerwald. Am Sonntag, 30. Mai, wird sie in einem Gottesdienst durch Superintendentin Sabine Preuschoff von ihren Aufgaben entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. In einem Interview gibt sie Auskunft über ihre langjährige Arbeit in der Kirchengemeinde.

Was beeindruckt hat Sie rückblickend in all den Jahren am meisten beeindruckt?

Ich durfte Anteil nehmen an den Höhe- und Tiefpunkten des Lebens: Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Ehejubiläen und Geburtstage mitfeiern, aber auch Beerdigungen und Lebenskrisen begleiten. Wir konnten Freude teilen, aber auch Ängste, Fragen und Zweifel miteinander aushalten und vor Gott bringen.

Warum sind Sie Ihre ganzes Berufsleben in dieser einen Kirchengemeinde geblieben?

Das ist nicht selbstverständlich. Dass ich geblieben bin, lag an mehreren günstigen Umständen, allen voran an der stets guten Zusammenarbeit mit den Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern, die immer von gegenseitiger Achtung und Respekt geprägt war. Wenn es unterschiedliche Meinungen gab, wurden die Diskussionen sachlich und engagiert geführt. Daneben haben wir uns als Kolleginnen und Kollegen im Kirchenkreis und vor allem in der Region stets gegenseitig unterstützt und konnten uns immer aufeinander verlassen.

Was hat sich in den fast 35 Jahren verändert?

1986 gab es einen Spielkreis und einen Kindergarten mit einer Vor- und einer Nachmittagsgruppe. Der Spielkreis ist Geschichte, es gibt eine Krippe, die Mitarbeitendenzahl hat sich vervielfacht. Im Februar dieses Jahres wurde die Trägerschaft auf den Kirchenkreis übertragen, damit es gut weitergeht und hoffentlich weiterwächst. Während meiner Dienstzeit hat sich die Notfallseelsorge in organisierter Form etabliert. Ich habe in diesem Zusammenhang die Arbeit der anderen Einsatzkräfte kennen und schätzen gelernt, allen voran die der Freiwilligen Feuerwehr Hämelerwald. Vor elf Jahren entstand mitten im Ort die Seniorenresidenz „Lindenhof“. Es ist ein echter Glücksfall, die Angehörigen gut betreut in der Nähe zu haben. Davon konnte ich mich privat überzeugen.

Was mach Hämelerwald für Sie besonders?

Das ist unter anderem die Vereinsgemeinschaft. Bei der 125- und der 150-Jahr-Feier hat sie gezeigt, was entstehen kann, weil alle Vereine zusammenarbeiten. Mit der katholischen Kirchengemeinde gehen wir in ökumenischer Verbundenheit Sternsingen, gestalten den Weltgebetstag, Einschulungsgottesdienste und öffentliche Ereignisse gemeinsam.

Welche Rolle spielt die eigene Fortbildung und die Schulung anderer in Ihrem Berufsleben?

Dass mir trotz der langen Zeit an einem Ort nicht langweilig wurde, lag auch daran, dass ich gerne lerne und lehre. „Fortbildung“ heißt für die Gemeinde zunächst einmal „fort“ – aber dafür kam ich immer gut gelaunt und motiviert mit neuen Ideen für Gottesdienste, Konfirmandenunterricht und Gemeindearbeit zurück. Der Kirchenkreis hat mich vor 17 Jahren mit der Betreuung der Lektorinnen und Lektoren sowie Prädikantinnen und Prädikanten beauftragt. Im Laufe der Jahre durfte ich eine Reihe von Lektorinnen und Lektoren aus- und fortbilden und ihnen meine Begeisterung für den Gottesdienst weitergeben.

Was war für Sie das Besondere am Pfarrberuf für Sie?

Dass man seine persönlichen Fähigkeiten einbringen kann. Als C-Kirchenmusikerin hatte ich schon während des Studiums mein Geld verdient, hier haben im Laufe der Jahre zahlreiche Kinder im Pfarrhaus Blockflöte gelernt, unterrichtet jeweils von älteren Spielerinnen und Spielern, und dann zusammen mit anderen Musikerinnen und Musikern „Wort und Musik“, unsere Andachtsreihe vor Ostern, gestaltet. In den letzten Jahren habe ich das Fotografieren samt Bildbearbeitung entdeckt, was sich in der Schaukastengestaltung und Kalenderproduktion niederschlug.

Wohin gehen Sie für den Ruhestand und was wünschen Sie den Menschen in Hämelerwald?

Ich freue mich auf meinen Ruhestand. Ich werde ihn in Göttingen-Grone verbringen, wo ich schon als Studentin gelebt habe. Den Hämelerwalderinnen und Hämelerwaldern,
wünsche ich weiterhin Gottes Segen und Geleit!

Der Gottesdiest zur Entpflichtung und Verabschiedung findet am Sonntag, 30 Mai, in gesondert geladenem, kleinen Kreis statt. Interessierte können den Gottesdienst live per Video verfolgen auf der Website der Kirchengemeinde (www.kirche-haemelerwald.wir-e.de). Beginn ist um 15 Uhr.

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