Leben – und Weiterleben

Glaubenssache

Manuela Fenske-Mouanga. Foto: privat
Manuela Fenske-Mouanga. Foto: privat

Mit welchem Thema wohl beschäftigen sich die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende des Hospizdienstes, wenn sie für eine gemeinsame Fortbildung übers Wochenende verreisen? Es ist naheliegend, dass es mit Sterben, Tod und Trauer zu tun hat. Aber möchte man sich wirklich damit beschäftigen, wenn man sich im Juni bei schönsten Sommerwetter nach einem Dreivierteljahr coronabedingten Lockdown das erste Mal wieder „leibhaftig“ treffen und sogar zusammen verreisen darf? "Ja" – ganz eindeutig "Ja“ war die Antwort aller Ehrenamtlichen, die sich für diese Fortbildung angemeldet hatten.

An drei Tagen wurde das Thema „Totenfürsorge“ mit Kopf, Herz und Hand bearbeitet. Dazu haben sie miteinander diskutiert, eigene Erlebnisse und Erfahrungen ausgetauscht, in einem Rollenspiel einen „verstorbenen“ Menschen versorgt und aus den zwölf bedeutsamsten Situationen ihres eigenen Lebens ein persönliches (kleines) Totentuch oder, wie es auch genannt wird, „Tuch des Lebens“ gewebt. Das alles in einem gastfreundlichen Tagungshaus, umgeben von herrlicher Natur, zur besten Jahreszeit, bei schönstem Sommerwetter.

Sterben, Tod und (Weiter-) Leben gehören zusammen, Leid und Freude liegen beieinander, Abschied, Wandel, Neubeginn gehören zu einem Zyklus. Das ist den Mitarbeitenden des Hospizdienstes bewusst. Deswegen gehören für sie an diesem Fortbildungswochenende Reden und Schweigen, Traurigkeit und Freude, Geselligkeit und Ruhe zum „Programm“. Und Vertrauen in die Zukunft: Bei aller Unsicherheit und Furcht im Leben und im Sterben dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns stärkt mit dem Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7) – zu dieser Zeit wie zu allen Zeiten.

Manuela Fenske-Mouanga
Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze
Diakonieverband Hannover-Land

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

Zurück