Singet und seid froh

Glaubenssache

Friederike Grote. Foto Hans-Georg Schruhl
Pastorin Friederike Grote. Foto Hans-Georg Schruhl

Der Frühling, das frische Grün der Blätter, der betörende Duft des Flieders, weckt die Lebensgeister. Ebenso ist das mit der Musik.
Singen belebt Leib und Seele. Manchmal werde ich von den Klängen der Musik ergriffen. Dann ist mir, als öffnete sich ein Fenster zum Himmel. Ich werde leicht, die Last des Alltags fällt von mir ab, ich singe und schwinge mit. Musik befreit, macht Enge weit.

Natürlich kann das auch anders sein. Musik kann andere Stimmungen ausdrücken. Wenn es in einem Film dramatisch wird, wenn Trauriges gezeigt wird, haben wir die entsprechenden Töne im Ohr. Für Luther ist klar, Gott hat die Musik geschaffen und aller Klang ist dazu da, Gott zu loben – vom Singen bis zum Vogelgezwitscher, mit Harfen und Saitenspiel, der Ton der Trompeten und Posaunen, alle jauchzen Gott. Luther schreibt: „Die edle Musika ist nach Gottes Wort der höchste Schatz auf Erden. Willst du einen Betrübten gelinde stimmen, einem Zaghaftigen Mut machen, einen Hoffärtigen demütigen – was kann besser dazu dienen, denn diese hohe, teure, werte und edle Kunst?“ (WA 50,370) Luther hat die Gassenhauer in die Kirche geholt und die Kirchenlieder auf der Straße singen lassen.

Kantate – Singet – wird der kommende Sonntag genannt. Singen wir also, das macht gute Laune. Einstimmig oder vielstimmig, in Moll oder Dur, mit lauten und leisen Tönen,
mal harmonisch und auch mal disharmonisch. Der gemeinsame Klang in aller Vielfalt der Stimmen will harmonisch sein und bliebt spannend mit Disharmonien, die sich wieder auflösen.

Friederike Grote
Pastorin, Ev.-luth. St.-Pankratius-Kirchengemeinde Burgdorf

„Glaubenssache – Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde und hier auf der Website des Kirchenkreises Burgdorf. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

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