Trauer um Diakon i.R. Wolfgang Hornig

Ein Nachruf von Superintendentin Sabine Preuschoff

Diakon Wolfgang Hornig kurz vor dem Ruhestand. Foto: Stefan Heinze
Diakon Wolfgang Hornig kurz vor dem Ruhestand. Foto: Stefan Heinze

Nach schwerer Krankheit ist am Dienstag, 13. April 2021, Diakon i.R. Wolfgang Hornig im Alter von 67 Jahren gestorben. Sein gesamtes Berufsleben von 1979 bis 2018 als Diakon in der Burgdorfer St.-Pankratius-Kirchengemeinde, als Kreisjugenddiakon und dann als Öffentlichkeitsreferent des Kirchenkreises Burgdorf hat Wolfgang Hornig in großer Treue als Diakon Menschen auf dem Weg des Glaubens und wohl auch oft auf der Suche danach begleitet. In großer Liebe zum Menschen hat er gelebt, was Jesus uns vorgelebt hat: den anderen fragen: „Was willst du, was ich dir tun soll?“

Wolfgang Hornig hat im Kirchenkreis Burgdorf in verschiedenen Aufgabenfeldern gewirkt und damit den Kirchenkreis vielfältig geprägt und seine Spuren hinterlassen.
 Von 1979 bis 1993 arbeitete Wolfgang Hornig als Diakon in der St.-Pankratius-Kirchengemeinde Burgdorf mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit. Dort begleitete er neben einer großen Zahl Konfirmandinnen und Konfirmanden nicht allein die klassischen Jugendgruppen, sondern initiierte unterschiedlichste Projekte, beispielsweise das „Provinzkino“, Fotogruppen, die Umweltgruppe und einen Jugendbibelkreis, Begegnungen von Jugendlichen mit alten Menschen, von "Behinderten und Nichtbehinderten". Sein – noch heute aktueller – Grundsatz: „Die Kirche muss ihre Füße bewegen. Sie sollte gerade diejenigen erreichen, die nicht von allein kommen.“

Besondere Akzente setzte Wolfgang Hornig in dieser Zeit in der Integrationsarbeit. Er legte in den 1980er Jahren gemeinsam mit Pastor Rudolf Bembenneck, Gertrud Mrowka und anderen den Grundstein für die Arbeit mit ausländischen Mitbürgern in Burgdorf durch die „Beratungsstelle für Ausländer und Deutsche“. Das war der Vorläufer des heutigen Nachbarschaftstreffs am Burgdorfer Ostlandring. Eine weitere Einrichtung, die aus Hornigs Initiative entstand, war die „Teestube für Behinderte und Nichtbehinderte“ der Evangelischen Jugend im Gemeindehaus an der Burgdorfer Gartenstraße.

Die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen war ihm immer ein besonderes Anliegen; so veranstaltete er viele Jugendfreizeiten, u.a. Fahrten nach Taizé, nach Elba, Korsika, Dänemark, Frankreich, Schweden, Rumänien und eine Israelreise, verbunden mit der Arbeit der Jugendlichen im Kibbuz und der Begegnung mit Israelis.

Von 1993 bis 2008 war er als Kirchenkreisjugenddiakon aktiv und konnte damit gut an die Zeit als Gemeindediakon anknüpfen. In Jugendmitarbeiterschulungen bildete er gemeinsam mit Kreisjugenddiakon Michael Benkowitz etliche Jugendliche in pädagogischen, rechtlichen, organisatorischen Fragen der Gruppenleitung aus. Außerdem organisierte und begleitete Wolfgang Hornig das alle zwei Jahre stattfindende Landesjugendcamp mit und wurde vielen Jugendlichen bei Freizeiten, Fortbildungen, Projekten und Gesprächen am Rande der Arbeit zum Ermöglicher, Förderer und prägenden Lebensbegleiter.

Von 1996 bis 2018 war Wolfgang Hornig mit halber Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Burgdorf zuständig. Neben seiner Aufgabe, den Kontakt zur Presse zu gestalten, Themen und Projekte von Gemeinden und Kirchenkreis u.a. über die Presse, das Internet, das Kirchenkreis-Magazin „Kreuz & Quer“ in die Öffentlichkeit zu tragen, organisierte Wolfgang Hornig u.a. auch die Veranstaltungsreihe des Kirchenkreises „angeklopft + nachgefragt“ mit, dazu Projekte wie „Gemeinden unterwegs“, Kunstausstellungen, das Luther-Nagel-Projekt, den Kirchenkreisball. Die Internetarbeit als Webmaster und der Webauftritt des Kirchenkreises lag ihm besonders am Herzen.

Beruflich hat Wolfgang Hornig immer wieder Neues ausprobiert – und ist sich und seinen Idealen gleichzeitig treugeblieben. Es war für mich ein großes Geschenk, mit Wolfgang Hornig zusammenzuarbeiten. Und für den Kirchenkreis waren die 40 Jahre mit ihm, seine Impulse, sein Einsatz ein großer Segen.

Er war ein ausgesprochener Teamarbeiter, der gerne Menschen zusammenbrachte, so dass alle von dem gegenseitigen Austausch und dem Miteinander der Ideen verschiedenster Menschen profitierten. Dadurch konnten gemeinsam wunderbare Projekte auf den Weg gebracht werden. Dabei hat er eine Vielzahl von Kompetenzen und Gaben in die Arbeit eingebracht: seine Fachlichkeit als Diakon und Sozialpädagoge, seinen versierten und einfühlsamen Blick durch die Kamera, seine Genauigkeit und Kreativität beim Layout, seine Gewissenhaftigkeit und Verlässlichkeit in Terminsachen … um nur einiges zu nennen. Dazu seine menschlichen Stärken: engagiert, empathisch, loyal, behutsam, mit einer großen Liebe zum Menschen.

Wir sind mit Wolfgang Hornigs lieben Ehefrau Birgit Hornig und seiner Familie in Trauer, Dankbarkeit und im Gebet verbunden und vertrauen Wolfgang Hornig der Liebe Gottes an, der ihm nahe sei, wie wir es nicht mehr können.

Sabine Preuschoff
Superintendentin des Ev.-luth. Kirchenkreises Burgdorf

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