Was kann passieren?

Glaubenssache

Pfarrer Franz Kurth. Foto: privat
Pfarrer Franz Kurth. Foto: privat

Bei so manchen von uns, werden die Weihnachtsbäume bereits schon nadeln, vielleicht ist sogar die Krippe bereits wieder abgebaut und verstaut für das nächste Weihnachtsfest. Denn mit dem morgigen Sonntag endet – liturgisch gesehen – die Weihnachtszeit. Aber was bleibt von den festlichen Gottesdiensten, der Weihnachtsstimmung, den Geschenken und (eingeschränkten) Besuchen, wenn der Alltag wieder da ist.

Wir katholische Christinnen und Christen begehen am Sonntag nach dem 6. Januar das Fest Taufe des Herrn. Unsere evangelischen Glaubensgeschwister gedenken schon am 6. Januar selbst, dem Epiphaniasfest, der Taufe Jesu. Vielleicht kann dieses Fest so etwas wie eine Brücke sein in den Alltag, der ab Montag wieder da ist. Die Taufe Jesu zeigt uns, was von Weihnachten bleibt. An Weihnachten ist Jesus ein Mensch wie wir geworden. Bei seiner Taufe im Jordan nimmt er auch teil am Schicksal als erlösungsbedürftiger Mensch. Und umgekehrt gehören wir Menschen damit zu ihm.

Das heißt dann, dass die Stimme des Vaters auch jedem und jeder von uns gilt: „Du bist mein geliebter Sohn! – Du bist meine geliebte Tochter!“ – Das ist die Zusage, die von Weihnachten bleibt, und die wir mit in den Alltag nehmen können. Das ist die Zusage, an die wir uns seit unserer Taufe halten können. Martin Luther soll einmal gesagt haben, als ihm alles zu viel und zu schwer geworden war: „Was kann passieren? Ich bin getauft!“ – Gott bleibt an unserer Seite, egal, was geschieht. ER geht mit uns alle Wege mit. Seit Weihnachten vor über 2000 Jahren ist das so; seit unserer Taufe gilt das für uns alle. Für mich das Entscheidende, das von Weihnachten bleibt.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr 2022 und einen „gesegneten Alltag!“

Pfarrer Franz Kurth
St. Nikolaus Burgdorf, St. Bernward Lehrte und St. Martin Hannover-Ost

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

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