Glaubenssache

Kirchenkreis Burgdorf, 30. März 2024
Foto: Hans-Georg Schruhl

Leben, wie aus dem Ei gepellt

Zum Glück legen sie wieder Eier. Über den Winter musste ich ganz schön lange Geduld haben. Erst die Mauser, dann die Kälte, da gab es von meinen Hühnern keine Eier. Jetzt ist es wieder spannend täglich in den Hühnerstall zu schauen. Sind es ein oder zwei Eier, die meine drei Hühner so fleißig in das Nest gelegt haben. Nun kann es Ostern werden, für frisch gelegte Eier ist gesorgt.

Das ist immer wieder ein Wunder, wie der Frühling neues Leben hervorbringt. Knospen an toten Zweigen brechen auf, Störche sind zurück und bauen ihre Nester. Aus den Hühnereiern könnten kleine Küken schlüpfen, wenn ich einen Hahn hätte. Der Winter ist vertrieben, neues Leben kommt, wie aus dem Ei gepellt und kann wachsen.

Auch die Karwoche geht zu Ende. Gründonnerstag ist der Abschiedstag. Der Name Gründonnerstag stammt vom alten Wort „greinen“ und das steht für weinen. In unserer christlichen Tradition beginnen mit dem Gründonnerstag die Tage, die zum Heulen sind. Am Gründonnerstag gibt Jesus sein Abschiedsessen und verkündet, dass er sterben wird, es folgen die Verhaftung und am darauffolgenden Tag die Kreuzigung. Karfreitag, Karsamstag – Kara bedeutet Klage - sind Tage der Klage, der Kälte und Dunkelheit. Am Abend des Karsamstags tauchen Licht und Wärme wieder auf mit der schönen Tradition der Osterfeuer.
Dann feiern wir in der Osternacht und an den Osterfeiertagen Jesu Auferstehung.

Darum feiern wir Ostern, weil nicht das Leid, nicht der Tod, sondern das neue Leben das letzte Wort hat - das neue Leben für Jesus, für die Natur, für uns Menschen. Gott lässt sich nicht aus dem Leben vertreiben, er bleibt und macht es immer wieder neu. Und darum freue ich mich so über die Eier zu Ostern, denn sie stehen als Symbol für das neue Leben, wie aus dem Ei gepellt.

Friederike Grote
Pastorin der St.-Pankratius-Kirchengemeinde in Burgdorf

„Glaubenssache – Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.